Theoretischer Hintergrund des Modells – Die Wurzeln

Die Ursprünge des Modells

Das Modell der 9 Levels basiert auf den Erkenntnissen von Professor Clare W. Graves und seiner über 20-jährigen Forschungsarbeit.
Dr. Clare W. Graves (1914 – 1986) war Professor für Psychologie am Union College in New York (USA). Seine Tätigkeit galt nicht nur der Forschung, sondern er war auch jahrelang als Berater in Wirtschaftsunternehmen, Kliniken und Bildungsinstituten tätig. Den ursprünglichen Impuls zu seinen Forschungen gab ein Student, als dieser Graves fragte, wer denn nun von den vielen Theoretikern (Maslow, Freud, Jung, Rogers, Watson etc.) Recht habe. Er gab seinen Studenten die Aufgabe, einen Bericht zu verfassen, in dem Sie das erwachsene menschliche Wesen beschreiben. Dabei fiel ihm auf, dass diese Beschreibungen sehr unterschiedlich waren, jedoch wiederkehrende Elemente und System zu erkennen waren. Die führte ihn zu den verschiedenen Entwicklungsstufen der menschlichen Existenz. Eine zentrale Aufgabe in seiner Forschung war die Ergründung dieser Entwicklungsstufen des menschlichen Wesens.

Seine Theorie begann er in den 50er-Jahren zu entwickeln. Christopher Cowan und Don Beck veröffentlichten das Modell erstmals unter dem Namen Spiral Dynamics. Graves selbst publizierte sein Modell in einem Harvard Business Review Artikel 1966 mit dem Titel "Deterioration of Work Standards" – also der Verschlechterung der Standards in der Geschäftswelt. In diesem Artikel bezeichnete er sein Modell als "Levels of Human Behaviour". Später bezeichnete Graves sein Modell / seine Theorie als: "Emergent, cyclical double-helix model of adult biopsychosocial systems development". Also frei übersetzt: einer aufwärtsstrebenden zyklischen Doppel-Helix der Entwicklung des erwachsenen Menschen in dessen biopsychosozialem System. Ein Modell, das sehr komplex und multiperspektivisch die Unterschiedlichkeit der menschlichen Entwicklung beschreibt. Die Graves'sche Theorie ist ein offenes Modell der Wertetheorie. Sie beschreibt in verschiedenen Perspektiven, wie Menschen, Systeme und Organisationen die Welt betrachten – basierend auf deren biopsychosozialem System.

Er kombinierte vier verschiedene wissenschaftliche Disziplinen in seiner Theorie und Forschung:

  • Biologie und Neurobiologie
  • Psychologie und die Theorie der Persönlichkeitstypen
  • Soziologie und Anthropologie
  • Systemtheorie

Das erste deutschsprachige Buch zu diesem Grundmodell des Graves-Value-Systems publizierte Rainer Krumm (Gründer und Leiter des 9 Levels Institutes) zusammen mit Martina Bär und Hartmut Wiehle 2007 im Gabler Verlag. Es trägt den Titel "Unternehmen verstehen, gestalten, verändern – das Graves-Value-System in der Praxis" und setzte damit das Fundament für diese grundlegende Theorie im deutschsprachigen Raum. Inzwischen sind vielfältige Bücher in unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten erschienen, die sich immer wieder auf das Grundmodell von Graves berufen. Das Graves-Value-System stellt ein Wertemodell dar, welches abbildet, wie Individuen oder ganze Systeme (Abteilungen, Unternehmen, Organisationen) denken und handeln. Es ist damit ein nützliches Instrument für alle, die in oder mit Organisationen oder Teams arbeiten und diese besser verstehen möchten.

Die Weiterentwicklung dieses Modells in die 9 Levels of Value Systems war die logische Konsequenz, um dieses theoretische Modell mit einem validen wissenschaftlichen Analysetool zu kombinieren. Die langjährige Erfahrung mit dem Modell in der Beratungs- und Coachingpraxis ist in diese Entwicklung eingeflossen. Der Anspruch ist es, die grundlegende Theorie mit aktuellen Forschungserkenntnissen und aktuellen Lebensbezügen der Wirtschaftswelt zu kombinieren.

Die 9 Levels sind eine Simplifizierung der Graves'schen Theorie und machen diese in einem Modell somit nutzbar für die Entwicklung von Menschen, Gruppen und Organisationen. Das Modell der 9 Levels hilft, Menschen, Gruppen und Organisationen wie auch deren Aktionen und Reaktionen besser zu verstehen. Die 9 Levels und die Theorie der Wertesysteme stellen die Dynamik dar, die für die Entwicklung von Individuen, Gruppen und Organisationen verantwortlich ist. Die Wertesysteme – man nennt sie auch gerne die psychologische DNA – bringen Denkweisen, Glaubensätze, innere Befindlichkeiten und Organisationsprinzipien zum Ausdruck. Mit den 9 Levels werden diese messbar – und damit auch veränderbar.