Daten, Fakten und Meinungen zur Frauenquote

Die aktuelle Diskussion rund um die Frauenquote in Unternehmen - speziell in Führungspositionen ist vielfältig, teils offen geführt, teils nur hinter vorgehaltener Hand.

Hier ein paar Daten und Fakten, um die Diskussion zu bereichern:

  • 32% der Führungskräfte in Deutschland sind Frauen. Während in der Privatwirtschaft 27% weiblich sind, sind es im öffentlichen Dienst 48%.
  • 39% der Führungskräfte auf der unteren Managementebene sind weiblich.
  • 18% im mittleren Management sind weiblich.
  • 15% im Topmanagement sind weiblich.
  • Weibliche Führungskräfte sind durchschnittlich 40 Jahre alt und damit vier Jahre Jünger als ihre männlichen Kollegen.
  • Frauen in Führungspositionen leisten durchschnittlich 59% der Hausarbeit, Männer in Führungspositionen nur 20%.
  • Frauen in Führungspositionen sind mit 42% seltener verheiratet als Männer in Führungspositionen (63%).
  • Nur 23% der Frauen in Führungspositionen haben Kinder, 37% der männlichen Führungskräfte haben Kinder.
  • Frauen in Führungspositionen verdienen durchschnittlich 28% weniger als Männer in Führungspositionen.

(Quelle: Commerzbanker, 4/2010, S. 17, Frankfurt)

Einen spannenden Beitrag zur Diskussion leistet Managementspeakerin Sabine Asgodom im Interview auf Spiegel online.
Sowie Klartext-Experte Thilo Baum in seinem Blog.
Management-Autor Reinhard K. Sprenger meint in der Welt:  "Vergesst die Quote!" und Siegfried Borockert widerspricht ihm in der Coaching-aktuell.

Einige Interviews und Meinungen zu diesem Thema sind im Video von Christina Thomars Veranstaltung "Woman´s role in business - a personal experience" an der Wirtschaftsuniversität in Wien. 

Siemens CEO Peter Löscher kommentierte im Januar-Heft von Captial die Diskussion zur Quote: "Ich möchte nicht Teil einer Männer-Quote sein."
Wie es andere Top-Manager(innen) bewerten ist im Handelblatt zu lesen.

McKinsey hat das Thema Frauen und Führungspositionen ebenso untersucht.

Interessanterweise hat sich die Quote bei den MBA Ausbildungen fast egalisiert: Der Anteil von Frauen, die sich weltweit für ein MBA-Studium interessieren, ist von 35 Prozent im Jahr 2006 auf 48 Prozent im letzten Jahr gestiegen.


Hier noch ein Blick in die Nachbarländer:
Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten europäischen Unternehmen:

  • Norwegen: 42%
  • Schweden: 27%
  • Finnland: 24%
  • Slowakei, Dänemark: 18%
  • Lettland, Bulgarien: 17%
  • Island, Mazedonien: 16%
  • Niederlande, Litauen, Kroatien: 15%
  • Serbien: 14%
  • Ungarn, Deutschland, Tschechien: 13%
  • Großbritannien, Rumänien: 12%
  • Slowenien, Polen, Frankreich, Spanien: 10%
  • Spanien: 10%
  • Türkei: 9%
  • Belgien, Irland: 8%
  • Österreich: 7%
  • Estland: 6%
  • Griechenland: 5%
  • Portugal, Malta, Italien: 4%
  • Luxemburg, Zypern: 3%

(Quelle: Commerzbanker, 4/2010, S. 17, Frankfurt)


Mehr Frauen, mehr Erfolg ?
Je gleichberechtigter die Frauen, desto besser geht es der Wirtschaft, so die These des Global Gender Gap Index.  Ein interaktiver Blick auf den Global Gender Gap Index. Ob es nur am Geschlecht liegt kann man zwar bezweifeln, aber ein guter Vergleich.

Die Diskussion wird weiter gehen - und das ist gut so.
Mit oder ohne Quote, die Diskussion tut gut. Nur wenn darüber diskutiert wird, wird sich etwas verändern.
Die reine Reduktion auf das Geschlecht macht sicherlich keinen Sinn, denn dazu gibt es zu viele wichtige Kompetenzbereiche  wie fachlich, persönlich, soziale und methodische Kompetenzen.
Kreative Werber haben da natürlich auch eine "spannende" Meinung: Gleichberechtigung hat lange blonde Haare, ein Gesicht wie ein Model und führt sich auf wie eine Horde unbeaufsichtiger 16-jähriger Internatsschülerinnen auf Klassenausflug. Mit dieser Art Gleichberechtigung sitzt Frau auch bei Sixt auf einer "Schlüsselposition".

Marget Suckale, die designierte erste Frau im BASF-Vorstand hält nicht von einer staatlich verordneten Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen. Grund dafür gibt sie an, dass eben unterscheidliche Branchen grundsätzlich die Geschöechterverteilung verscheiden sei. Sie führt als Beispiele den Handel vs. den Maschinenbau an. Vielmehr fordert sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile zu verbessern. (Die WELT, 19.04.2011, S. 9)